Stadionneubau

Ein Bericht aus der NRZ vom 15.04.08

Posted by Andreas (andreas) on 14.04.2008 at 20:51
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"Uns rennt die Zeit davon"

 Essen, 14.04.2008, WOLFGANG KINTSCHER
STADION. Stadt schmiedet Neubaupläne, auch wenn RWE viertklassig wird, aber: Projekt fällt kleiner aus.

 

Wichtig ist auf'm Platz, und da tummeln sich bei RWE dieser Tage viele Mitspieler (von links): Stadtdirektor Christian Hülsmann, Millionen-Gläubiger Michael Kölmel, Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer, der sich als Helfer ins Spiel brachte, (Noch-)RWE-Präsident Rolf Hempelmann. (Fremdbild)
Wichtig ist auf'm Platz, und da tummeln sich bei RWE dieser Tage viele Mitspieler (von links): Stadtdirektor Christian Hülsmann, Millionen-Gläubiger Michael Kölmel, Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer, der sich als Helfer ins Spiel brachte, (Noch-)RWE-Präsident Rolf Hempelmann.
So weit also ist es schon gekommen - dass der Sozialdemokrat aus dem Essener Norden sein Bundestagsmandat in die Hände von Schwarz-Grün legt. Oder wie soll der Stadtdirektor mit CDU-Parteibuch das sonst finden, wenn RWE-Präsident Rolf Hempelmann seine erneute Kandidatur für Berlin vom Stadion-Neubau an der Hafenstraße abhängig macht? Ein Neubau immerhin, der zur Zeit ohne viel Geld aus der schwindsüchtigen Stadtkasse nicht möglich scheint.

Christian Hülsmann jedenfalls bemühte sich gestern sichtlich, aus dem Hilferuf des Rot-Weiss-Präsidenten kein politisches Kapital zu schlagen: "Wir haben kein Interesse daran, dass er scheitert", formuliert der Christdemokrat und OB-Stellvertreter und macht deutlich, dass man längst im Rathaus und nicht mehr bei RWE das Heft in der Hand hält.

Erst am Freitag hat nach NRZ-Informationen eine Arbeitsgruppe mit den Unternehmensberatern von Roland Berger drei Stunden die Stadionfrage gewälzt. Längst geht es nicht mehr "nur" um die Millionen-Investition eines Spielrunds, es geht um das Überlebenspaket für einen Verein, der sich abseits seiner unbestrittenen Tradition neu erfinden muss: in Arbeitsweise, Finanzgebaren, Hardware.

Für die, die da nachdenken, ist RWE jetzt schon viertklassig, "das muss man realistisch sehen". Umso mehr wird Skeptiker freuen, wenn Stadtdirektor Hülsmann formuliert: "Wir brauchen das Stadion, da bin ich ganz sicher." Im Rat scheint schon jetzt eine große Mehrheit möglich, wenn auch nur für eine kleinere Lösung als bislang geplant. Die Kapazität soll eher bei 25 000 als bei 35 000 liegen, der Kostenrahmen eher bei 30 bis 35 Millionen Euro als bei den bislang geplanten 42. "Wir basteln da an einer Gesamtkonzeption, die wir am liebsten schon im Juni dem Rat präsentieren würden", so Hülsmann. "Ob wir das schaffen, weiß ich nicht. Uns rennt die Zeit davon."


 

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