Stadionneubau

Ein Bericht zur neuen Stadionsituation.

Posted by Andreas (andreas) on 20.10.2008 at 20:22
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Preiswerter Plan B
Essen, 20.10.2008, WOLFGANG KINTSCHER
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SPORT. Das neue Stadion an der Hafenstraße wollen alle. Doch mehr und mehr schält sich heraus, dass wegen der immensen Kosten einer Runderneuerung Zug um Zug der Vorzug gegeben wird.

Sie kriegen einfach die Kurve nicht, und das seit 14 Jahren. Wie eine offene Wunde gähnt einen im Westen dieses Loch an, gerissen anno 1994, weil die Westtribüne des Stadions an der Hafenstraße so baufällig war, dass es schon bröckelte. Seitdem hat sich nicht viel getan - ein symbolträchtiges Bild für das Elend der einst so glanzvollen Fußballstadt Essen.

Aber das soll ja jetzt anders werden: Voraussichtlich im November, so signalisiert die Politik, will sie nach all den (Vereins-)Ankündigungen der vergangenen Jahre endlich den Neubau des Stadions in Angriff nehmen. Im Aufsichtsrat der städtischen Grundstückstochter GVE wurde gestern anschaulich beschrieben, wie wichtig das Projekt für die Stadt wie auch für den Verein ist: Ohne neues Rund scheint Rot-Weiss Essen auf Dauer wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Andererseits gilt aber auch: Die Entscheidung für einen Neubau steht unter dem Risiko des sportlichen Erfolgs. Und da scheint die jüngste, im September vorgelegte Stadion-Kalkulation auch forsche Stadionbefürworter in die Defensive zu drängen.

Während der Bauzeit zum Zweitligisten

Denn 41 Millionen Euro nur fürs Stadion - zuzüglich 3,4 Millionen für die Infrastruktur und 4,0 Millionen zur Ablösung der Kölmelschen Kredit-Altlasten - sind viel Geld. Wobei dieser Tage weniger die Summe umstritten ist als vielmehr die sportliche Lage von RWE, in der sie aufgebracht werden muss. Motto: 41 Millionen für einen Viertligisten?!

Es hilft nicht viel, darauf zu verweisen, dass binnen zwei Jahren Bauzeit ein Erst- zum Drittligisten mutieren kann und folglich auch umgekehrt ein Viert- zum Zweitligisten. Es geht darum, dass der Stadionneubau mehr mit dem "gefühlten Bundesligisten" RWE (O-Ton Stadtdirektor Christian Hülsmann) verbunden wird als mit der Erkenntnis, die achtgrößte Stadt der Republik sollte vielleicht ein Stadion vorweisen können, bei dem nicht - wie an der Hafenstraße geschehen - Betonteilchen von der Haupttribüne bröckeln.

Und weil das so ist, präsentierte die Stadt dem GVE-Aufsichtsräten gestern drei Varianten zur Auswahl, A, B und C.

* Variante A bedeutet den kompletten Neubau des Stadions für 41 Millionen Euro auf dem Gelände nördlich des jetztigen Stadionrunds, eine Spielstätte für 25 000 Besucher mit üppigem Gästebereich.

* Variante C bedeutet das extrem sparsame Pendant - ein Stadion mit Metalltribünen in Gerüstbauweise für 20 000 Besucher samt Gästebereich. Mindestens 15 Jahre würde der Bau nutzbar sein und rund 20 Millionen Euro kosten.

* Variante B liegt zwischen diesen beiden Extremen - ein Ersatz des Georg-Melches-Stadions an bestehender Stelle, Zug um Zug, je nach sportlichem Erfolg. Dabei würden zunächst für rund 20 Millionen Euro West- und Haupttribüne neu errichtet und Ostribüne sowie Gegengerade erst später in Angriff genommen.

In der Politik heißt es hinter vorgehaltener Hand: Das ist wohl die realistischste Idee...

KÖLMEL ADEEgal welche Stadionvariante am Ende verfolgt wird: Die 4,0 Millionen Euro für Ex-Geldgeber Michael Kölmel gelten als Bedingung für einen wirtschaftlichen Neuanfang von RWE. Die Summe deckt alle Altlasten aus Kreditverträgen, er behielte nur die AV-Vermarktungsrechte.

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