Stadionneubau

Endlich wieder Neuigkeiten zum Stadionbau

Posted by Andreas (andreas) on 08.09.2008 at 19:59
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Stadion-"Paket" kostet 48,4 Millionen Euro
Essen, 08.09.2008, WOLFGANG KINTSCHER

SPORT. Neubaukalkulation, Infrastruktur und "Ablösebetrag" für Ex-Sponsor Kölmel korrigieren Preis nach oben. Entscheidung im Rat nicht im September.

Neuer Standort fürs Stadion: Der Bau soll auf dem Areal der Trainingsplätze entstehen, sich U-förmig um die alte Westkurve legen und fertiggestellt werden, wenn das alte Stadion weicht. Vorteil: Man könnte zügiger und billiger bauen.

Eine kunstvolle Verzierung haben sie im Rathaus nicht mitgeliefert, doch auch so ist das von der Stadt für die Politik geschnürte Stadion-"Paket" zu einer ziemlichen Überraschung geraten. Zumindest für all jene, die geglaubt hatten, eine "abgespeckte" Lösung der ursprünglichen RWE-Pläne könnte das neue Rund an der Hafenstraße für 26 000 Zuschauer zum Freundschaftspreis möglich machen. Ein Preis von 32 Millionen Euro machte im Mai die Runde.

Doch am Freitag erfuhren die fünf im Rat vertretenen Fraktionen: Mit allem Drum und Dran schlägt die neue Heimstatt von Rot-Weiss Essen mit 48,4 Millionen Euro zu Buche: Allein der Neubau verschlingt 41 Millionen, hinzu kommen als Aufwand für die Infrastruktur 3,4 Millionen und als Ablösebetrag für den Ex-Sponsor Michael Kölmel eine Summe von 4,0 Millionen.

Dieser Betrag gehört zwingend zur Stadionrechnung, weil einige Sponsoren ihren Stadion-Zuschuss nur für den Fall geben wollen, dass RWE seine finanziellen Altlasten bei Kölmel abträgt. Immerhin werden dem Vernehmen nach durch die vier Millionen Euro Darlehen in einer Größenordnung von über neun Millionen abgetragen und einige Vermarktungsrechte abgekauft. Allerdings behält Kölmel auch für die Zukunft einen Teil der Medienrechte - die Rede ist von 15 Prozent.

Bezahlt werden soll das Stadion-Paket wie gehabt durch den Verkauf des Hotels Handelshof, der mit einem Erlös von 21,5 Millionen Euro in die Rechnung eingeht, durch den bereits zugesagten städtischen Zuschuss von 7,5 Millionen und Sponsorengelder von 16 Millionen Euro. Die Infrastruktur (3,4 Millionen) soll ebenfalls aus dem Stadtetat finanziert werden. Nicht eingerechnet ist der Aufwand für den Ausbau der Bezirkssportanlage Seumannstraße, wohin ein Teil des Betriebs von der Hafenstraße verlagert werden muss.

Im Jahre 2010 soll das neue Stadion bespielbar sein, der Zeitrahmen ist knapp bemessen: Dass sie diesen finanziellen Aufwand für einen (Noch-) Viertligisten im Fußball rechtfertigen müssen, bremst bei einigen Politikern die Begeisterung fürs Projekt, man will Zeit zur Diskussion, eine Ratsentscheidung noch im September gilt mittlerweile als unwahrscheinlich. Doch fallen müsste sie, so heißt es, noch 2008.

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