Stadionneubau

Neues Stadion? Ach ja, da war doch was.

Posted by Andreas (andreas) on 27.09.2007 at 18:47
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Arena der Emotionen

Die WAZ-Aktion Historischer Boden

Der Stadion-Neubau an der Hafenstraße ist seit Jahren ein brisanter Dauerbrenner. RWE wähnt sich so dicht vor dem Durchbruch wie nie, kann aber weiter nur auf "Gespräche" mit möglichen Geldgebern verweisen

WAZ-AKTION "MITREDEN! WAZ LESEN" WANN KRIEGT ROT-WEISS ENDLICH EIN NEUES STADION?

Mit eingerollten Fahnen und herunterhängenden Schals verließen drei eingefleischte Fans von Rot-Weiß Essen am 20. Mai die schmucke Duisburger Fußball-Arena. Die 0:3-Niederlage beim Revierrivalen MSV hatte den erneuten Abstieg in die ungeliebte Regionalliga Nord besiegelt. Auf dem Parkplatz blickte einer aus dem Trio allerdings noch einmal zurück, und die leicht geröteten Augen begannen zu leuchten: "So ein Stadion müssten wir auch haben", rief er seinen Freunden zu.

Unabhängig vom Kultstatus, den das ehrwürdige Georg-Melches-Stadion an der Hafenstraße in Bergeborbeck bei den Anhängern genießt, sind sich alle Beteiligten einig darüber, dass eine dauerhafte sportliche Renaissance des Deutschen Fußball-Meisters von 1955 nur mit dem Bau einer neuen Spielstätte möglich ist. "Unsere Nachbarn haben ganz andere Einnahmemöglichkeiten", sagt RWE-Präsident Rolf Hempelmann mit Blick auf die Arenen in Duisburg oder aber in Düsseldorf, wo der Regionalliga-Rivale Fortuna in einem 50 000 Zuschauer fassenden Schmuckkästchen dem einstigen Ruhm hinterher rennt.

Erste Neubau-Gedanken reiften bereits vor neun Jahren. Die federführend vom damaligen SPD-Fraktionschef Willi Nowack gehegte Vision, Fußball, Handball und Eishockey unter dem Dach einer Multifunktionsarena möglich zu machen, entpuppte sich allerdings als Luftschloss.

Mit konkreten Plänen für den Bau einer reinen Fußballarena mit einem Fassungsvermögen von rund 32 000 Zuschauern traten die RWE-Verantwortlichen 2004 an die Öffentlichkeit. Die lang ersehnte Rückkehr in die Zweite Liga schürte Hoffnungen auf bessere Zeiten, der Rat der Stadt sagte eine Einmalzahlung in Höhe von 7,5 Millionen Euro zu. Bei der Suche nach Sponsoren, die den Löwenanteil der damals veranschlagten 36,7 Millionen Euro Baukosten stemmen sollten, wirkte sich der sportliche Misserfolg allerdings kontraproduktiv aus, und die Pläne verschwanden ganz schnell wieder in der Schublade.

Schon damals hatte Präsident Rolf Hempelmann versucht, die dem Verein nahe stehenden Großunternehmen davon zu überzeugen, dass die Liga-Zugehörigkeit beim Neubau keine Rolle spielen dürfe. Offenbar mit Erfolg. Auf der Jahreshauptversammlung am 30. Juni, keine sechs Wochen nach dem erneuten Zweitliga-Abstieg, verkündete der Bundestagsabgeordnete, der Spatenstich für die neue Arena werde spätestens bis Sommer 2008 erfolgen. Solch eine eindeutige Festlegung hatte es noch nicht gegeben.

"Wir sind in Gesprächen mit dem Unternehmen, mit dem wir seit Jahren gut zusammenarbeiten", meinte der 58-Jährige erst vor wenigen Wochen, als die RWE Rhein-Ruhr AG als potenzieller Namensgeber für die MSV-Arena ins Gespräch gebracht wurde. Bisher sind die Bagger sind allerdings noch nicht hinter der maroden Haupttribüne angerollt. (...)

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