Stadionneubau

RWE und Stadt arbeiten nun enger zusammen beim Stadionprojekt.

Posted by Andreas (andreas) on 03.04.2008 at 20:58
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Heft in die Hand genommen
RWE, 03.04.2008, Von Rolf Hantel

Die Stadt Essen hat sich beim Stadion-Projekt der Rot-Weißen vom Zuschussgeber zur treibenden Kraft entwickelt. Stadtdirektor Christian Hülsmann sieht ein "originäres Interesse"

FUSSBALL DAS NEUE RWE-STADION" Unser Ziel muss es sein, so erfolgreich wie möglich Fußball zu spielen." Das sagte RWE-Präsident Rolf Hempelmann vor zwei Tagen. Und er sagt auch: Ohne ein modernes Stadion und die dadurch verbesserten Vermarktungsmöglichkeiten sei Profifußball auf Dauer in Essen nicht möglich.

Während Hempelmanns Amtszeit waren die Rot-Weißen mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aus der 2. Bundesliga sind sie gleich zweimal direkt wieder abgestiegen. 1998, als der Politiker die Amtsgeschäfte übernahm, war RWE gerade in die Viertklassigkeit gestürzt. Und das droht ihnen auch in dieser Saison. Der Druck vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr, Hafenstraße) gegen Union Berlin ist enorm, die Qualifikation zur 3. Liga ist akut gefährdet. Kein Fortschritt, keine Entwicklung. Auch der Vorstand hat versagt, finden die Fans.

"Es gibt immer zwei Eindrücke", sagt Hempelmann und meint: Wie wird der Verein wirtschaftlich geführt und wie sportlich? Die Aktualität präge dabei den Eindruck. "Und da sind wir leider vom Abstieg bedroht." Und erst jetzt mussten auch wieder Sponsoren kurzfristig einspringen, um die Liquidität bis zum Saisonende zu sichern. Rund 500 000 Euro mussten her - das ist 'ne Menge Geld.

Rolf Hempelmann hat seine Zukunft bei RWE mit dem Stadion-Projekt verbunden. "Das Stadion kommt. Und zwar bald. Ich stehe persönlich dafür ein", verkündete er im Vorjahr. Das heißt, ist die Finanzierung nicht bis zur JHV am 29. Juni gesichert, wird er gehen. Ja, gehen müssen.

Eines dürfte aber klar sein: Die möglichen Geldgeber werden nur in ein absolut professionell geführtes Projekt investieren. Die derzeitigen Strukturen reichen nicht aus, darin sind sich offenbar alle einig.

"Seit dem Herbst letzten Jahres arbeiten wir enger mit Rot-Weiß zusammen", sagt Stadtdirektor Christian Hülsmann. Das Stadion-Projekt sei nicht so recht vorangekommen. "Wir haben das Heft in die Hand genommen, natürlich in Abstimmung mit RWE." Und man wolle sich nicht nur mit mehr Geld, sondern auch mit Know-how einbringen. Beratend zur Seite steht die Unternehmensberatung Roland Berger, die Kontakte, Erfahrung und Kompetenz besitze, so Hülsmann.

Klar, dass sich ständig die Frage nach der Professionalität des Fußball-Regionalligisten aufdrängt. "Es gibt kein Gutachten von Berger über RWE", sagt Hülsmann. Aber natürlich müsse sich Rot-Weiß neu ausrichten. "Auch dort erkennt man die Defizite. Es geht jedoch nicht um Unprofessionalität, sondern um mehr Professionalität. Und um das Gesamtkonzept." Das Ehrenamt, wie es Berufspolitiker Hempelmann ausübt, könne für die künftigen Aufgaben keine dauerhafte Lösung sein.

Auch der Stadtdirektor plädiert unabhängig vom sportlichen Erfolg für eine neue Spielstätte. "Wir können nicht sagen: 4. Liga, also kein Stadion. Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass der Klub wieder aufstehen kann." Gleichwohl mache die Stadt das alles nicht nur für Rot-Weiß, "sondern wir haben ein originäres Interesse". So sei die Haupttribüne ziemlich marode. "Wir wollen nicht riskieren, dass wir bald für viel Geld eine neue bauen müssen." Es wäre Flickschusterei.

Auch die soziale und gesellschaftliche Rolle dieses Vereins, der viele Menschen mobilisiert, spiele eine Rolle. "RWE ist hier immer noch ein gefühlter Bundesligist, ein Verein von besonderem Kaliber." Also soll das Projekt so schnell wie möglich umgesetzt werden. "Wir sind am Scheideweg. Wenn wir es jetzt nicht schaffen, kann es noch viele Jahre dauern."
 

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